Chronologie Deutscher Geschichte

Vorgeschichte Deutschlands
Heiliges Römisches Reich
Deutscher Nation (
962–1806)
Exkurs:
Österreich (seit 996)
Exkurs:
Staat des Deutschen Ordens
(1230-1561)
Exkurs:
Preußen (1525-1947)
Rheinbund, Preußen und
Österreich (1806 - 1813)
Unter Napoleonischer Herrschaft
Deutscher Bund
(1815-1848 + 1849-1866)
Deutsches Reich
(1848-1849)
Norddeutscher Bund (1866-1871) Deutsches Kaiserreich (1871-1918)
Weimarer Republik (1918-1933) Das Nationalsozialistische
Dritte Reich (1933-1945)
Alliierte Besatzung (1945-1949) Bundesrepublik Deutschland
und DDR (1949-1990)
 
Bundesrepublik Deutschland
Das wiedervereinigte

Deutschland (seit 1990)
 
Vorgeschichte Deutschlands
 
Urzeit Stein- und Bronzezeit
   
Antike - Römer und Germanen Völkerwanderung
   
Das Reich der Franken  
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation (962–1806)
Heiliges römisches Reich um das Jahr 1000 n. Chr
   
   
Heiliges römisches Reich um das Jahr 1400 n. Chr
   
   
Reichskreise um 1560
   
   
   
   
   
   
   
   
Rheinbund, Preußen und Österreich (1806 - 1813)
Rheinbund Preussen
 
Österreich  
Rheinbund
 
   
   
Preussen
 
   
   
Österreich
   
   
Deutscher Bund (1815-1848 + 1849-1866)
   
   
Deutsches Reich (1848-1849)
   
   

Norddeutscher Bund (1866-1871)

   
   

Deutsches Kaiserreich (1871-1918)

   
   

Weimarer Republik (1918-1933)

Deutschland 1919-1937
   
   
Das Nationalsozialistische Dritte Reich (1933-1945)
   
   
   
Ab 1943: Großdeutsches Reich
   
   
   
   
   

Alliierte Besatzung (1945-1949)

Die deutsche Besatzungszeit von 1945 bis 1949 war die Phase zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der beiden deutschen Staaten. Nach dem Zusammenbruch des NS-Staates übernahmen die vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich die Regierungsgewalt. Die Ära endete mit der deutschen Teilung in Bundesrepublik Deutschland und DDR.

Flagge für Schiffe
Die per Beschluss der Allierten von deutschen Schiffen ab 1945 zu führende Flagge entsprach dem Stander C des Signalflaggenalphabets. Dahinter verbarg sich die demütigende Absicht deutsche Schiffe nur mit dem Buchstaben C, der für Capitulation steht, auf den Meeren fahren zu lassen. Costa Rica erhob Einspruch gegen diese Praxis, da es selber eine solche Flagge als Nationalflagge führt. So wurde der Stander C am fliegenden Ende rechtwinklig eingeschnitten.

Wirtschaft und Leben
Not und Zerstörung: Die ersten Nachkriegsjahre waren von riesigen Zerstörungen, Wohnungsmangel, dem Zusammenbruch der Versorgung und massiver Not geprägt. Viele Menschen litten Hunger.

Berliner Erklärung und
Alliierter Kontrollrat
5.6.1945
Potsdamer Konferenz
17.7.-2.8.1945
Nürnberger Prozess
20.11.1945 - 11.10.1946
Marshall Plan
1947
Währungsreform
20.6.1948
Berliner Luftbrücke
26.6.1948 - 30.9.1949
Berliner Erklärung und Alliierter Kontrollrat
5.6.1945

Am 5. Juni 1945 trafen sich die Oberkommandierenden der Westmächte zum ersten Mal mit ihrem Kollegen aus der Sowjetunion. Gastgeber des Treffens waren die sowjetischen Streitkräfte in Berlin. Sie hatten in der Endphase einer erbitterten Schlacht Anfang Mai die Hauptstadt des Deutschen Reiches erobert und in den folgenden zwei Monaten allein verwaltet.

In Berlin-Wendenschloss unterzeichneten die vier Kommandeure im Namen ihrer Regierungen drei Dokumente über den zukünftigen Umgang mit dem besiegten und besetzten Deutschland.

Das erste Dokument wurde als Berliner Erklärung bekannt. In ihr wurde die bedingungslose Kapitulation Deutschlands und die Übernahme der Regierungsgewalt durch die vier Siegermächte verkündet. „Deutschland“, heißt es, „unterwirft sich allen Forderungen, die ihm jetzt oder später auferlegt werden.“

Im zweiten Dokument wurde die Gründung des Alliierten Kontrollrats bekanntgegeben. Er nahm im August 1945 seine Arbeit auf, um Deutschland als Ganzes zu verwalten, scheiterte aber im März 1948 durch den Ausbruch des Kalten Krieges. Aufgrund der zunehmenden politischen Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten verließ der sowjetische Vertreter am 20. März 1948 demonstrativ die Sitzung des Kontrollrates. In der Folge trat das Gremium nicht mehr zusammen, was die faktische Teilung Deutschlands und den Beginn der Berliner Blockade einläutete. Nach einer jahrzehntelangen Pause trat der Alliierte Kontrollrat symbolisch ein allerletztes Mal im Jahr 1990 zusammen. Dies geschah im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, um die alliierten Vorbehaltsrechte für Deutschland und Berlin im Vorfeld des Zwei-plus-Vier-Vertrages formell aufzuheben.

 Im dritten Dokument wurden die Besatzungszonen der vier Mächte auf der Grundlage des Territoriums des Deutschen Reichs vom 31. Dezember 1937 definiert. Fortan hatten die Entscheidungen der Siegermächte in ihren jeweiligen Zonen und die gemeinsam im Alliierten Kontrollrat getroffenen Beschlüsse für Deutschland als Ganzes Gesetzeskraft.

Die ehemalige Reichshauptstadt Berlin wurde unter die gemeinsame Besatzung aller vier Mächte gestellt. Aufgeteilt in vier Sektoren, wurde die Stadt von einer Viermächteverwaltung, der Alliierten Kommandantur, regiert. Aufkommende Spannungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion führten jedoch zu einer Situation, in der wichtige Entscheidungen nicht mehr gemeinsam, sondern einzeln von den Militärverwaltungen der einzelnen Zonen bzw. Sektoren getroffen wurden. 

Potsdamer Konferenz
17.7.-2.8.1945

Die Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 im Schloss Cecilienhof war das letzte Treffen der Alliierten des Zweiten Weltkriegs. Die Regierungschefs der USA (Harry S. Truman), Großbritanniens (Winston Churchill, abgelöst von Clement Attlee) und der Sowjetunion (Josef Stalin) verhandelten dort über die politische und territoriale Neuordnung Deutschlands und Europas.

Die wichtigsten Beschlüsse des Potsdamer Abkommens lassen sich mit den sogenannten "Fünf D" zusammenfassen:

Demilitarisierung: Vollständige Entwaffnung Deutschlands.

Denazifizierung: Ausmerzung des Nationalsozialismus und Verfolgung von Kriegsverbrechern.

Demokratisierung: Wiederaufbau des demokratischen Lebens auf Grundlage der Meinungs- und Pressefreiheit.

Dezentralisierung: Auflösung der zentralen Verwaltungsstrukturen und der großen Wirtschaftsunternehmen (Kartelle).

Demontage / Demontage: Entnahme von Reparationen, hauptsächlich durch den Abbau von Industrieanlagen, zur Entschädigung der Kriegsschäden.

Weitere essenzielle Entscheidungen, die dort getroffen wurden, waren:

Besatzungszonen: Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen (Zusammenschluss mit Frankreich) und Berlins in vier Sektoren.

Grenzen: Festlegung der Oder-Neiße-Linie als vorläufige Ostgrenze Deutschlands; die östlich davon gelegenen deutschen Gebiete wurden unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt.

Vertreibungen: Die "ordnungsgemäße Überführung" der deutschen Bevölkerung aus den ehemaligen Ostgebieten und anderen osteuropäischen Ländern in das verbleibende Deutschland.

Das Abkommen war völkerrechtlich kein Friedensvertrag, sondern diente als Handlungsanweisung für die Besatzungsmächte bis zur Wiedervereinigung.

Nürnberger Prozess
20.11.1945 - 11.10.1946

Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess fand vom 20. November 1945 bis zum 1. Oktober 1946 im Justizpalast Nürnberg statt. Erstmals in der Geschichte wurden führende Vertreter eines Staates für ihre Verbrechen persönlich vor einem internationalen Gericht zur Verantwortung.

Hier sind die wichtigsten Fakten zum Prozess:

Anklagepunkte: Den 24 angeklagten Hauptvertretern des NS-Regimes (darunter Hermann Göring und Rudolf Heß) wurden Verschwörung, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Urteile: Nach 218 Verhandlungstagen wurden am 30. September und 1. Oktober 1946 die Urteile verkündet:

12 Todesurteile
3 lebenslange Haftstrafen
4 Haftstrafen zwischen 10 und 20 Jahren
3 Freisprüche

Bedeutung: Das Verfahren gilt als bahnbrechender Meilenstein für die Entwicklung des modernen Völkerstrafrechts.

Marshall Plan
1947

Der Marshallplan (offiziell European Recovery Program, ERP) war ein historisches Wirtschaftsförderungsprogramm der USA. Von 1948 bis 1952 unterstützten die Vereinigten Staaten den Wiederaufbau von 16 europäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg mit Krediten, Rohstoffen und Lebensmitteln im Wert von etwa 13,12 Milliarden US-Dollar.

Hintergrund und Ziele

US-Außenminister George C. Marshall schlug das Programm am 5. Juni 1947 vor.
Wirtschaftlicher Wiederaufbau:
Die europäische Wirtschaft sollte angekurbelt und die Not der Bevölkerung gelindert werden.
Eindämmung des Kommunismus:
Im beginnenden Kalten Krieg sollte das Programm verhindern, dass wirtschaftliche Instabilität den kommunistischen Einfluss in Europa (vorangetrieben durch die Sowjetunion) vergrößerte. 

Umsetzung und Verteilung

Osteuropa lehnte ab: Die Sowjetunion und ihre osteuropäischen Satellitenstaaten lehnten das Angebot ab. Als östliches Gegenstück wurde später der sogenannte Molotow-Plan ins Leben gerufen.
Verteilung:
Die Hilfen gingen hauptsächlich nach Westeuropa. Am meisten profitierten das Vereinigte Königreich (ca. 3,4 Mrd. US-Dollar), Frankreich und Italien.
Deutschland:
Die damaligen Besatzungszonen und spätere Bundesrepublik erhielten rund 1,41 Milliarden US-Dollar. Die Kredite und Warenlieferungen kurbelten den Wirtschaftsaufschwung (das spätere „Wirtschaftswunder“) stark an. Im Londoner Schuldenabkommen von 1953 wurde ein Großteil der deutschen Marshallplan-Schulden erlassen und nur knapp 1 Milliarde US-Dollar zur Rückzahlung festgelegt.

Währungsreform
1948

Am 20. Juni 1948 fand in den Westzonen mit der Einführung der D-Mark eine Währungsreform statt. Sie bildete die Grundlage für die Marktwirtschaft und das Wirtschaftswunder. In der SBZ wurde im Gegenzug am 23. Juni eine eigene Währung eingeführt. Am 24. Juni führten die Westmächte die D-Mark auch in West-Berlin ein, die Sowjets antworteten mit der Berliner Blockade. Berlin wurde über Monate aus der Luft versorgt. Die Sowjets hoben am 12. Mai 1949 die Blockade wieder auf, West-Berlin blieb Teil der westlichen Welt. Berlin blieb aber immer wieder im Mittelpunkt der Politik der Siegermächte.

Berliner Luftbrücke
26.6.1948 - 30.9.1949

Die Berliner Luftbrücke war eine der größten humanitären und logistischen Rettungsaktionen der Geschichte. Von Juni 1948 bis September 1949 versorgten die Westalliierten die eingeschlossene Bevölkerung West-Berlins ausschließlich auf dem Luftweg, nachdem die Sowjetunion alle Land- und Wasserwege blockiert hatte.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Auslöser: Die von den Westmächten durchgeführte Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen. Als Reaktion darauf sperrte die Sowjetunion in der Nacht zum 24. Juni 1948 alle Zufahrtswege nach West-Berlin.

Dauer: Die Blockade dauerte knapp 11 Monate und wurde am 12. Mai 1949 offiziell beendet. Die Luftbrücke lief als Vorsichtsmaßnahme noch bis zum 30. September 1949 weiter.

Umfang: In über 277.000 Flügen wurden mehr als 2 Millionen Tonnen Güter (vor allem Kohle und Lebensmittel) nach Berlin geflogen.

Rosinenbomber: Die Flugzeuge der Alliierten wurden im Volksmund liebevoll so genannt, da amerikanische Piloten auf eigene Initiative kleine Päckchen mit Süßigkeiten und Rosinen für Kinder an Fallschirmen abwarfen.

Opfer: Bei den risikoreichen Flügen im Minutentakt starben mindestens 78 Menschen.

 
Luftbrückendenkmal
am Frankfurter Flughafen
 

Bundesrepublik Deutschland und DDR (1949-1990)

Ost-West-Konflikt: Die gegensätzlichen politischen und wirtschaftlichen Systeme (Kapitalismus im Westen, Kommunismus im Osten) führten zum Kalten Krieg und verhinderten eine gemeinsame Deutschlandpolitik.
Geteilte Stadt Berlin
Seit 1945-1990
Gründung der
Bundesrepublik Deutschland

23.5.1949
Gründung der Deutschen
Demokratischen republik (DDR)

7.10.1949
Westdeutsches Wirtschaftswunder
1950iger + 60iger Jahre
Bau der Innerdeutschen Grenze
Ab 1952
Natobeitritt der
Bundesrepublik Deutschland
6.5.1955
Beitritt der DDR zum
Warschauer Pakt
14.5.1955
Römische Verträge
25.3.1957
Wunder von Bern
4.7.1957
DDR Volksaufstand
17.6.1953
Bau der Berliner Mauer
13.8.1961
Konfrontation am Checkpoint Charlie
25.-28.10.1961
US-Präsident John F. Kennedy
26.06.1963
Tod eines Studenten und APO
2.6.1967
Willy Brandt wird Bundeskanzler
der Bundesrepublik Deutschland
21.10.1969
Erich Honecker wird
Erster Sekretär des
Zentralkomitees (ZK) der SED
3.5.1971
Autofreier Sonntag
25.11.1973
Olympische Spiele München
26.8.1972
Grundlagenvertrag
21.12.1972
Westdeutschland wird
Fussball Weltmeister

7.7.1974
KSZE-Schlussakte
1.8.1975
Deutscher Herbst und RAF
5.9.1977
Erster Deutscher im All
26.8.1978
Nato Doppelbeschluss
12.12.1979
Helmut Kohl
1.10.1982
Olymisches Gold für Katarina Witt
1984 + 1989
Michail Gorbatschow
10.3.1985
Fluchtsommer 1989
Montagsdemonstrationen
Ab 4.9.1989
40 Jahre DDR
7.10.1989
Fall der Berliner Mauer
9.11.1989
Der Weg zur Deutschen Einheit
1989/90
Geteilte Stadt Berlin 1945-1990

Zwischen 1945 und 1990 unterlag Berlin dem alliierten Viermächtestatus. Ursprünglich in vier Sektoren aufgeteilt (USA, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion), entwickelte sich die Stadt zum Brennpunkt des Kalten Krieges. Während West-Berlin enge Bindungen an die Bundesrepublik pflegte, gliederte die DDR Ost-Berlin schrittweise als ihre Hauptstadt ein. Die Trennung endete mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

 
Berlin  
Gründung der Bundesrepublik Deutschland
23.5.1949
Am 23. Mai 1949 wurde aus den drei westlichen Besatzungszonen die Bundesrepublik Deutschland (BRD) gegründet. Das Saarland trat nach Volksabstimmung am 1.1.1957 als 10 Bundesland der Bundesrepublik Deutschland bei. Bis dahin war es ein Teilautonomer Staat unter französischer Aufsicht.
Gründung der Deutschen Demokratischen republik (DDR)
7.10.1949
Gründung der DDR: Am 7. Oktober 1949 folgte die Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in der sowjetischen Besatzungszone. Damit war die deutsche Teilung besiegelt.
 
DDR und deutsche Teilung
1949-1990
 
   
   
Der Weg zur Deutschen Einheit
1989/90

Die Vorbereitungen zur Deutschen Einheit erfolgten ab Ende 1989 in einem rasanten Prozess. Die wichtigsten Schritte umfassten die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion im Juli 1990, den Einigungsvertrag zur Übernahme des westdeutschen Rechts sowie den völkerrechtlichen Zwei-plus-Vier-Vertrag, der Deutschland die volle Souveränität zurückgab.

Meilensteine auf dem Weg zur Einheit:

Dezember 1989: Bundeskanzler Helmut Kohl legt seinen Zehn-Punkte-Plan zur schrittweisen Annäherung beider deutscher Staaten vor.

18. März 1990: Erste freie Volkskammerwahl in der DDR. Die Allianz für Deutschland gewinnt und befürwortet einen schnellen Beitritt.

1. Juli 1990: Inkrafttreten der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Die D-Mark wird offizielles Zahlungsmittel in der DDR.

31. August 1990: Unterzeichnung des Einigungsvertrags. Er regelt die Eingliederung der DDR und umfasst fast 1.000 Seiten Detailbestimmungen.

12. September 1990: Abschluss des Zwei-plus-Vier-Vertrages. Die vier Siegermächte (USA, UdSSR, Großbritannien, Frankreich) stimmen der Wiedervereinigung zu.

23. August 1990: Die DDR-Volkskammer beschließt den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik nach Artikel 23 des Grundgesetzes.

Bundesrepublik Deutschland
Das wiedervereinigte Deutschland (seit 3.10.1990)

Die deutsche Wiedervereinigung im Jahr 1990 wurde maßgeblich durch zwei internationale und nationale Verträge besiegelt: den außenpolitischen Zwei-plus-Vier-Vertrag und den innenpolitischen Einigungsvertrag. Beide Verträge regelten die Souveränität, die Grenzen und die Übernahme staatlicher Strukturen. 

 

Der Zwei-plus-Vier-Vertrag (12. September 1990):

 

Partner: Die beiden deutschen Staaten (Bundesrepublik Deutschland und Deutsche Demokratische Republik / DDR) sowie die vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs (USA, UdSSR, Großbritannien und Frankreich).

 

Bedeutung: Er diente als völkerrechtliche Friedensregelung. Die Alliierten gaben ihre Vorbehaltsrechte in Bezug auf Deutschland und ganz Berlin auf, wodurch das vereinte Deutschland die volle innere und äußere Souveränität erlangte. Zudem wurden die Grenzen (inklusive der Oder-Neiße-Grenze) endgültig festgeschrieben. Da nach dem Zweiten Weltkrieg nie ein offizieller Friedensvertrag geschlossen wurde, regelte das Abkommen den völkerrechtlichen Abschluss dieser Epoche und fungiert faktisch als solcher. 

 

Der Einigungsvertrag (31. August 1990): 

 

Partner: Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (DDR).

Bedeutung: Er regelt die Modalitäten des Beitritts der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik (gemäß Artikel 23), welcher am 3. Oktober 1990 in Kraft trat. 

Das 1.000 Seiten umfassende Vertragswerk legte unter anderem fest:

Beitrittsmodalitäten: Die DDR trat nach Artikel 23 des damaligen Grundgesetzes der Bundesrepublik bei.

·Die fünf neuen Bundesländer: Aus den bisherigen DDR-Bezirken wurden die fünf neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gebildet. Ost- und West-Berlin wurden zum vereinten Land Berlin vereint.

Übernahme der Rechtsordnung: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wurde auf das Gebiet der ehemaligen DDR ausgedehnt. Zahlreiche DDR-Gesetze wurden durch bundesdeutsches Recht ersetzt, wobei in bestimmten Bereichen Übergangsfristen vereinbart wurden.

Hauptstadt und Feiertag: Berlin wurde die Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands. Der 3. Oktober wurde als „Tag der Deutschen Einheit“ zum gesetzlichen Feiertag bestimmt

Deutscher Einigungsvertrag
31.8.1990
Zwei-plus-Vier-Vertrag
12.9.1990
Deutsche Einheit
3.10.1990
Beschluss zum Umzug der
Regierung von Bonn nach Berlin

20.9.1991
Aufbau Ost Gründung der Europäischen Union
1.11.1993
Auslandseinsätze der Bundeswehr
24.3.1999
Berlin wird fakitsch Regierungssitz
Sommer 1999
Währungsunion
1999-2002
Hochwasser Elbe
Sommer 2002
Fußball Weltmeisterschaft
in Deutschland (Sommermärchen)
9.6.-9.7.2006
Aussetzung der Wehrpflicht
1.7.2011
Islamistische Terroranschläge
seit 2.11.2011
Flüchtlingskrise
2015-2016
Corona Pandemie
März 2020 - Mai 2023
Ahrtal-Flutkatastrophe
14.-15.7.2021
Zeitenwende
2022
Bundesrepublik Deutschland

 

Jetzt wächst zusammen,
was zusammengehört.


Willy Brandt, 1989