Deutsche Gebietsverluste 1919 + 1945

Pommern
(1945 2/3 an Polen)
Schlesien
(Teilweise 1922, komplett 1945 an Polen)
Ostpreussen
(1945 an Polen und die Sowjetunion)
Westpreussen
(1919 an Polen, Danzig wird zur freien Stadt)
Grenzmark Posen
(1919 an Polen)
Memelland
(Teil Ostpreussens - 1923 an Littauen +
1945 an Sowjetrepublik Littauen)
Reichsland
Elsass-Lothringen
(1919 an Frankreich)
Eupen-Malmedy
(Teil der Preußischen Rheinprovinz

1919 an Belgien)
 
Nordschleswig
(1919 an Dänemark)
 

 

Die territorialen Verluste nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg reduzierten das Staatsgebiet des Deutschen Reiches um etwa 25 %. Während 1919 der Verlust von Randgebieten und Kolonien erfolgte, führten die Beschlüsse von 1945 zum vollständigen Verlust der östlichen Kerngebiete sowie zur späteren Teilung Deutschlands.

1919: Verluste durch den Vertrag von Versailles

Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Deutschland ca. 13 % seines bisherigen Staatsgebietes und rund 10 % der Bevölkerung.

Im Osten und Norden: Große Teile von Westpreußen und Posen fielen an Polen. Nordschleswig ging nach einer Volksabstimmung an Dänemark.

Im Westen: Elsaß-Lothringen wurde an Frankreich abgetreten. Das Saargebiet wurde unter Völkerbundsverwaltung gestellt.

Besonderheiten: Danzig wurde zur Freien Stadt erklärt, das Memelgebiet wurde 1923 von Litauen annektiert und das Hultschiner Ländchen ging an die Tschechoslowakei.

Kolonien: Alle deutschen Überseegebiete wurden als Mandatsgebiete an den Völkerbund und alliierte Mächte übergeben.

1945: Verluste nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Niederlage und die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz führten zu einer massiven Westverschiebung Polens und dem Verlust aller Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie.

Die Ostgebiete: Die deutschen Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien und der östliche Teil Brandenburgs wurden unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt. Das nördliche Ostpreußen (die Region um Königsberg/Kaliningrad) fiel an die Sowjetunion.

Vertreibung: Die Abtretung dieser Gebiete ging mit der massiven Flucht und Vertreibung von geschätzt über 12 Millionen Deutschen einher.

Teilung Deutschlands: Das verbleibende Reichsgebiet wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Dies war der Grundstein für die Gründung der BRD und der DDR im Jahr 1949 sowie den späteren Verlust der östlichen Bundesländer im Zuge der deutschen Wiedervereinigung 1990 (Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze).

 

Mehr als sieben Jahrzehnte ist es her,
dass 14 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat
vertrieben wurden oder flohen.
Doch selbst nach sieben Jahrzehnten
ist die Vergangenheit nicht gänzlich vergangen.
Noch immer sind nicht alle Wunden geheilt.

 Joachim Gauck